
Herr Amirbayov unterstrich das Interesse Aserbaidschans an den Arbeiten der OIV und bekräftigte den Wunsch seines Landes, sich intensiv an diesen zu beteiligen.
Er bestätigte, dass das Weinbau-Festival im Oktober 2015 wieder in Gandja stattfinden werde und Gelegenheit zur Einweihung des Weinbaumuseums biete.
Jean-Marie Aurand begrüβte die gute Zusammenarbeit mit den aserbaidschanischen Behörden und ihr Bestreben, ihre Präsenz in den verschiedenen Arbeitsgremien der OIV zu verstärken. Er bestätigte seine Teilnahme am Festival in Gandja, auf dem eine Schulung zur Weinverkostung nach dem Pflichtenheft der OIV durchgeführt wird.
Der Botschafter äuβerte zudem den Wunsch, dass sein Land in naher Zukunft Gastgeber des OIV-Kongresses sein werde.


Auf Einladung von Professor Vasco Boatto, Präsident der Universität Padova und Leiter des Universitätszentrums Conegliano und Eugenio Pomarici, Professor an der Universität Neapel und Vorsitzender der OIV-Kommission „Wirtschaft und Recht“, besuchte OIV-Generaldirektor Jean-Marie Aurand am 9. und 10. Dezember das Ausbildungs- und Forschungszentrum für Weinbau in Conegliano.
In einer Versammlung, an der Universitätsdozenten, Studenten und Fachleute des Weinbausektors teilnahmen, stellte Jean-Marie Aurand die OIV vor und zeigte die wichtigen Herausforderungen auf, denen sich der Weinbausektor in den nächsten Jahren stellen muss.
Das Ausbildungs- und Forschungszentrum in Conegliano wurde 1876 gegründet und ist das älteste Italiens. Es bietet berufliche und universitäre Ausbildungen in den Bereichen Weinbau und Önologie an und führt in diesen Bereichen Forschungstätigkeiten durch.
Im Anschluss an diesen Besuch führte Jean-Marie Aurand Gespräche mit Vorsitzenden und Direktoren des Schutzkonsortiums Prosecco und besuchte Unternehmen des Sektors. Bei diesen Treffen wurden Informationen über die Lage auf dem Weinmarkt und seine Entwicklungen ausgetauscht.


Der Leiter der OIV-Abteilung „Weinbau“, Mario de la Fuente, stellte die verschiedenen Tätigkeiten vor, die die OIV im Bereich des nachhaltigen Weinbaus im Rahmen ihrer verschiedenen Kommissionen und Sachverständigengruppen ausführte. Es wurden dabei im Wesentlichen 5 Schwerpunkte berücksichtigt: Klimawandel, Wasserbilanz, Verringerung des Pestizideinsatzes im Weinbau und Standardisierung von MRL, Empfehlungen für den Austausch von Pflanzenmaterial und Festlegung der allgemeinen Grundsätze des nachhaltigen Weinbaus unter Berücksichtigung umweltbezogener, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte.

In den technischen Sitzungen wurden im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit folgende Themen behandelt: Reduzierung der Verwendung von Kupfer, Verwendung von Silizium bei Pflanzen und Suche nach Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln im Weinbau, Verwendung von nachhaltigen und recylingfähigen Materialen im Weinbausektor, Berechnungsmethoden und Indikatoren der Nachhaltigkeit (ECOPROWINE Project) und Nutzung landwirtschaftlicher Maschinen auf der Grundlage alternativer Kraftstoffe wie Biodiesel, Biomasse oder Wasserstoff. Desweiteren wurde auf die Verpflichtung hingewiesen, die Treibhausgasemissionen bis 2020 zu verringern (spanisches Büro für den Klimawandel, 0ECC) und es wurden die Fortschritte der EU-Norm für den biologischen Anbau vorgestellt.
Experten in den Bereichen Weinbau, Umwelt und Ökologie nahmen an einer offenen Diskussion teil, in der aufgezeigt wurde, dass die Nachhaltigkeit im Weinbau auf einem vernünftigen Management von Produktion, Umwelt und wirtschaftlicher Leistung sowie auf sozialen Aspekten beruht, die für die Verbraucher des Sektors relevant sind.

Die Schaffung eines neuen, nachhaltigen Produktionssystems stellt eine gro?e Herausforderung dar, die die Einbeziehung des gesamten Sektors (Hersteller, Unternehmen, Behörden, usw.) erfordert. Um vernünftige Lösungen im Weinbausektor zu erzielen, müssen der rechtliche Rahmen und aktuelle und künftige Empfehlungen konkret, flexibel und global sein.
EcoSostenibleWine zeigte, dass sich der Weinbausektor dieser Herausforderung stellen und den Bedürfnissen der Verbraucher gerecht werden kann. Letztere sind zunehmend an der Nachhaltigkeit und allen diesbezüglichen Fragen interessiert und verlangen Erzeugnisse, die diesen Grundsätzen entsprechen.

OIV-Vizepräsidentin Monika Christmann hob die Bedeutung der Mitgliedstaaten der OIV und insbesondere der Verbraucherländer hervor, als sie Dirk de Maeseneer (Belgien) die Verdienstauszeichnung verlieh. Dirk de Maeseneer beteiligte sich 15 Jahre lang aktiv an den Arbeiten der OIV, insbesondere im Zeitraum der Neugründung der Organisation.
Alejandro Marianetti (Argentinien) wurde die Auszeichnung durch OIV-Generaldirektor Jean-Marie Aurand übergeben, der die Karriere des Agraringenieurs im argentinischen Weinbauinstitut (INV) und in der OIV hervorhob. Der Generaldirektor begrü?te die Beteiligung aller Mitarbeiter des Instituts an der erfolgreichen Veranstaltung des Weltkongresses für Rebe und Wein.
OIV-Vizepräsident Yves Bénard vergab die Verdienstauszeichnung an seinen Kollegen, den Önologen Dr. Ahmet Kamal aus Marokko, der sich seit 34 Jahren an den Tätigkeiten der OIV beteiligt. Er war Berater in der Staatlichen Gesellschaft für landwirtschaftliche Entwicklung und Direktor der Staatlichen Gesellschaft Sincomar, die die Herstellung, die Verpackung und den Vertrieb von 80% der marokkanischen Weine verwaltet.
Mit gro?er Ergriffenheit verlieh die Präsidentin der OIV die Verdienstauszeichnung posthum an ihren argentinischen Landsmann Raúl Horacio Guiñazú für seine nationalen und internationalen Tätigkeiten im Weinbausektor und seine entscheidende Rolle bei der aktiven Mitarbeit Argentiniens in der OIV.


Botschafter Regazzoni begrü?te dieses Engagement, das die Erneuerung des Schweizer Weinbaus zum Ausdruck bringt. Der internationale Erfolg des Schweizer Weinbaus ermöglicht eine Aufwertung der Rebflächen, die einzigartige Landschaften darstellen und zum Teil von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurden, wie die Weinbergterrassen des Lavaux.
Der Schweizer Botschafter bekräftigte der OIV die Unterstützung seines Landes. Er wies darauf hin, dass die Schweiz Gastgeber eines weltweit einzigartigen Winzerfestes war. Dieses Fest, in dessen Mittelpunkt die Arbeiten im Weinberg stehen, findet 4 bis 5 Mal pro Jahrhundert in Vevey statt. Jean-Marie Aurand erinnerte daran, dass der OIV-Kongress 1955 und 1977 im Rahmen dieses Festes abgehalten wurde und äu?erte den Wunsch, dass dies auch 2019 bei seiner nächsten Veranstaltung der Fall sein werde.

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