
Auf dieser Veranstaltung, an der der Generaldirektor der OIV teilnahm, wurden wichtige Zeugen und Preisträger der Akademie zu drei Rundtischgesprächen zusammengebracht: Weinbau und Önologie, Recht und Markt, Wein und Kultur.
Absicht der Debatte wie auch des Buches war es, die zukunftsorientierte Sicht der Preisträger mit der von Persönlichkeiten zu vergleichen, die den Weinbau bisher geprägt haben.
Die Akademie wurde 1992 von Américo Amorim, Präsident der Amorim-Gruppe (weltweit führender Korkhersteller) gegründet. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen über Wein zu erweitern und die önologische Forschung zu unterstützen. Daher verleiht sie alle zwei Jahre Preise an junge Studenten im Fachbereich Önologie oder an junge Autoren, die Soziologen oder Weinrechtler sind.
Die Akademie Amorim besitzt bei der OIV Beobachterstatus.



An der Tagung beteiligten sich die Landwirtschafts- oder Umweltminister (oder ihre Vertreter) Deutschlands, Australiens, Bulgariens, Spaniens, Estlands, Frankreichs, Japans, Litauens, Marokkos, Neuseelands, Polens und Uruguays, der Generaldirektor der FAO, Vertreter der Weltbank und des IFAD, zahlreiche Forschungsinstitute und Vertreter nichtstaatlicher Organisationen. Der Schwerpunkt der Arbeiten lag auf dem Beitrag der Landwirtschaft zur CO2-Sequestrierung im Rahmen der Forschungsinitiative 4 Promille.
Ziel dieser Initiative ist es, öffentliche Maβnahmen und Forschungsprogramme zu intensivieren, um den Vorrat an organischer Bodensubstanz jährlich um 4 Promille zu erhöhen. Die weltweiten Treibhausgasemissionen könnten dadurch kompensiert werden.

Die Kohlenstoffbindung auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist einer der Beiträge der Land- und Forstwirtschaft zur Verringerung der Treibhausgasemissionen.
Die OIV unterstützt diese Initiative, die auf den Übergang zu einer produktiven und nachhaltigen Landwirtschaft abzielt, welche insbesondere auf einer angemessenen Bodenbewirtschaftung beruht.
Diese Ziele stimmen weitgehend mit den Arbeiten überein, die in der OIV derzeit im Hinblick auf den nachhaltigen Weinbau und den Klimawandel durchgeführt werden.
Im Strategieplan 2015-2019 der OIV ist die Förderung eines nachhaltigen Weinbaus unter Berücksichtigung der Herausforderungen des Klimawandels der erste der fünf strategischen Schwerpunkte. Die OIV verabschiedete 2011 die allgemeinen Grundsätze des Protokolls zur Treibhausgasbilanzierung im Weinbausektor. (Resolution OIV-CST 431-2011)

In diesem Protokoll sind die Grundsätze der Berechnung der Treibhausgasemissionen und der Bindung von Treibhausgasen, ausgedrückt in CO2-Äquivalenten, für den Weinbausektor festgelegt.
Das THG-Protokoll der OIV verfolgt folgende Ziele:
- Unterstützung der Unternehmen des Weinbausektors bei der Ausarbeitung eines THG-Inventars, das aufgrund standardisierter Vorgehensweisen und Grundsätze eine ehrliche und wahrheitsgemäβe Verbuchung ihrer Emissionen darstellt,
- Vereinfachung der Erstellung des THG-Inventars und Reduzierung seiner Kosten,
- Bereitstellung von Informationen, die es den Unternehmen ermöglichen, eine wirksame Strategie zur Handhabung und Reduzierung von THG-Emissionen zu entwickeln,
- Erhöhung der Kohärenz und Transparenz bei der THG-Bilanzierung und der Kommunikation zwischen Unternehmen und THG-Programmen.
Auf dieser Grundlage verabschiedete die OIV 2015 ein Inventar der THG-Emissionen und THG-Bindung, um Informationen zu Aspekten bereitzustellen, die bei der Berechnung der THG-Emissionen eines Unternehmens oder eines bestimmten Erzeugnisses zu berücksichtigen sind (Resolution OIV-CST 503AB-2015).
Diese Arbeiten werden im Rahmen des Jahresarbeitsprogramms fortgesetzt, um ein Referenzwerk zu erstellen, das durch die Sammlung von Daten und die Ausarbeitung eines detaillierten und multikriteriellen Ansatzes nicht nur Kohlenstoff berücksichtigt, sondern sich darüber hinaus mit Aspekten der Wasserwirtschaft, der biologischen Vielfalt und des verringerten Pestizideinsatzes befasst.


In Gegenwart ehemaliger Präsidenten wie Jacques Puisais, Ezio Rivella, Pietro Pittaro und Vicente Sanchez Migallon hoben die derzeitigen Ko-Präsidenten die bedeutende Rolle der Önologen auf internationaler Ebene hervor, die die Entwicklungen im weltweiten Weinbausektors zu begleiten wussten. Während sich die Aufgaben des Önologen früher auf die Behebung von Mängeln und Fehlern konzentrierten, ist es heute seine Rolle, Winzer, Terroirs und Rebsorten der ganzen Welt optimal zur Geltung zu bringen. Jacques Puisais versicherte, dass die Önologie die einzige Wissenschaft ist, die in einem Glas alle anderen Wissenschaften vereint: Chemie, Physik, Bodenkunde, Klimatologie, Geographie, Geschichte und viele andere.
OIV-Präsidentin Monika Christmann sagte, dass sie stolz darauf sei, Önologin zu sein und dankte den Önologen und dem UIOE für ihre starke Beteiligung an den technischen Arbeiten der OIV. Sie betonte, dass sie die Kompetenzen der Önologen zu schätzen wusste, als sie den Vorsitz der OIV-Kommission „Önologie“ innehatte. OIV-Generaldirektor Jean-Marie Aurand wies auf die bedeutende Rolle des UIOE als Beobachter bei der OIV hin, insbesondere bei der weltweiten Definition der Aufgaben und des Titels des Önologen, die überarbeitet und 2013 angenommen wurde. Serge Dubois betonte, dass der UIOE die Sichtbarkeit der OIV erhöhen wird und die Anpassung des derzeit erörterten internationalen Ausbildungsprogramms für Önologen, aufmerksam verfolgen wird.
Die Jubiläumsfeier fand unter der Teilnahme des uruguayischen Landwirtschaftsministers Tabaré Aguerre statt, der die Bedeutung des Weinbausektors für die Landwirtschaft seines Landes hervorhob. Er begrüβte, dass das Weinbauinstitut Uruguays von einem Önologen, José Lez Secchi, geleitet wird, der ebenfalls Vizepräsident des UIOE ist. Er lud die Önologen aller Länder zur Teilnahme am internationalen Kongress für Rebe und Wein ein, der 2018 in Uruguay abgehalten wird.

Der internationale Önologenverband hat zum Ziel, die einzelstaatlichen Önologenverbände international zu vertreten; den Schutz dieser Berufssparte in allen Bereichen zu gewährleisten; sich der missbräuchlichen Verwendung des Önologentitels zu widersetzen; den Zusammenhalt, die Solidarität und die Beziehungen der verschiedenen Verbände aufrechtzuerhalten; auf die zuständigen nationalen und internationalen Behörden einzuwirken, um biologische Verfahren, chemische, physikalische, mikrobiologische und sensorische Analysemethoden zu vereinheitlichen; eine einheitliche Ausbildung der Önologen in verschiedenen Ländern durch die Harmonisierung der Studieninhalte, der Dauer der Ausbildung und der Diplome zu etablieren und dafür Sorge zu tragen, dass der Önologe bestimmte önologische Verfahren durchführen und überwachen kann.


Die OIV freut sich, Ihnen mitzuteilen, dass die OIV-Sammlung der internationalen Analysemethoden für Weine im Rahmen der langjährigen Beziehungen, die das Generalsekretariat der OIV mit der Volksrepublik China unterhält, ins Chinesische übersetzt und veröffentlicht wurde [p.1-292] [p.293-595] [p.596-830].
Bei den verschiedenen Treffen, die 2013 mit dem Inspection and Quarantine Technology Center (IQTC) der Region Guangdong und dem China National Research Institute of Food and Fermentation Industries stattfanden, schlugen die Verantwortlichen dieser Zentren vor, die Sammlung internationaler Analysemethoden für Weine ins Chinesische zu übersetzen. Sie wurden 2013 zur Teilnahme an den Sitzungen der Unterkommission „Analysemethoden“ eingeladen.
Die Veröffentlichung dieses Werks ist von groβer Bedeutung, da die Behörden für Inspektion und Quarantäne für die Prüfung der nach China eingeführten Erzeugnisse zuständig sind. Die Übersetzung der OIV-Sammlung ins Chinesische ist somit ein weiterer Schritt auf dem Weg zur internationalen Anerkennung der von der OIV angenommenen Analysemethoden.
Die Sammlung internationaler Analysemethosen für Weine wurde zum ersten Mal 1962 veröffentlicht. Sie wird regelmäβig aktualisiert und neu aufgelegt, wobei jedes Jahr zusätzliche Methoden, die von der Unterkommission „Analysemethoden“ erstellt und von der Generalversammlung angenommen wurden, berücksichtigt werden.
Die Sammlung spielt bei der Harmonisierung der Analysemethoden eine bedeutende Rolle. Ihre Definitionen und Methoden wurden von vielen Weinbauländern in ihre eigenen Regelungen aufgenommen.
Die von der OIV veröffentlichten Analysemethoden werden durch einige bilaterale Abkommen als Referenzmethoden für die Bestimmung der analytischen Zusammensetzung von Weinen im Rahmen von Kontrollen anerkannt. Sie tragen somit zur Erleichterung des internationalen Handels bei.
Die OIV spricht den Verantwortlichen des technologischen Zentrums für Inspektion und Quanrantäne der Region Guangdong für ihr Engagement und die bedeutende Arbeit, die die Übersetzung der Sammlung internationaler Analysemethoden für Weine darstellt, ihren besonderen Dank aus.

Das IQTC ist eine staatliche Einrichtung, die der Behörde für Qualitätsprüfung, Inspektion und Quarantäne der chinesischen Regierung untersteht. Das Technologiezentrum befasst sich mit der Konformität eingeführter Erzeugnisse, insbesondere bei importierten Weinen.
Dr. Ruf, der Vertreter dieses Zentrums bereits im September 2012 in der OIV empfing, stellte der Delegation des IQTC und ihrem Generaldirektor, Dr. Zheng Jianguo, die Missionen und Aktivitäten der OIV im Zusammenhang mit önologischen Verfahren und Analysemethoden vor.
Es wurden Diskussionen über die Auswirkungen der OIV-Normen auf den weltweiten Weinbau und insbesondere auf die Analysemethoden geführt. Die Delegation des IQTC zeigte sich an der Entwicklung von Qualitätsanalysen und Analysen für die Authentifizierung von Weinen sehr interessiert.
Die Vertreter des IQTC hoben die Bedeutung der Arbeiten der OIV hervor und boten sich an, die Analysemethoden der OIV in die chinesische Sprache zu übersetzen. Sie wünschten, dass der Informationsaustausch zwischen der OIV und dem IQTC fortgesetzt werde.

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