
Die OIV hat die Vertreterinnen des Projekts „World Wine Women“ empfangen. Bei dem Frauenprojekt geht es darum, die Weinberge der Welt zu erkunden, um mehr über das Milieu und die Rolle der Frauen in diesem traditionell männlich geprägten Sektor in Erfahrung zu bringen.

Alexandra Dubar, Alice Bergeras, Atalante Ramé und Louise Douvry machen sich mit der Idee auf den Weg, Seite an Seite mit den Winzern in Weinbergen und Kellereien zu arbeiten, um die örtlichen Arbeitsmethoden in der Praxis und im Alltag kennenzulernen. Die Reiseroute umfasst in der angegebenen Reihenfolge folgende Länder: Südafrika, Argentinien, Chile, Neuseeland, Australien, China und die Vereinigten Staaten.
Ziel der Studentinnen im Fachbereich „Wirtschaft und Marketing“ ist es, das Image, die Rolle und die Position der Frau in der Welt des Weinbaus zu hinterfragen und die verschiedenen Facetten der neuen Herausforderungen des Sektors zu entdecken und zu analysieren. Und dies in einem Kontext, in dem das Angebot mit der Erschließung neuer Erzeugerländer einen Veränderungsprozess durchläuft, sich das Konsumverhalten ändert und die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Produktionsmethoden so stark wie nie zuvor waren.
Das Projekt steht im Einklang mit dem Bestreben der OIV, die Rolle der Frau im Weinbausektor zu stärken. „Ich bin stolz darauf, die Sprecherin der OIV sein zu können, um die Präsenz der Frauen in diesem Sektor zu stärken“, so OIV-Präsidentin Regine Vanderlinde auf dem Neujahrsempfang, der kürzlich am Sitz der OIV stattgefunden hat.

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Das Projekt World Wine Women kennen und unterstützen
Der Botschafter wurde von Ignacio Morandé, Direktor von ProChile in Frankreich, und Camille Peron, Berater von ProChile, begleitet.
Während des Treffens äußerten sich die Teilnehmer zufrieden über die Qualität der zwischen der OIV und Chile hergestellten Beziehungen. Chile ist seit 1952 Mitglied der OIV und als erstes Land der südlichen Hemisphäre der OIV beigetreten.
Der chilenische Botschafter hob die Bedeutung des Weinbausektors für Chile sowie die Verwurzelung des Weins in der chilenischen Kultur und sein positives Image hervor. Mit einer Weinproduktion von 12,9 Millionen hl im Jahr 2018 steht Chile weltweit an siebter Stelle. Es wurde ebenfalls auf die Bedeutung der Erzeugung von Tafeltrauben hingewiesen; Chile ist der weltweit führende Exporteur von Tafeltrauben.

S.E. Juan Salazar Sparks und ProChile hoben die großen Fortschritte hervor, die beim internationalen Handel mit chilenischem Wein in Bezug auf Qualität und Preis erzielt wurden, sowie die Arbeit, die in den letzten Jahren bei der Verwendung einheimischer chilenischer Rebsorten geleistet wurde.
Stärkung und Verbreitung des technischen Wissens von Chile in anderen Mitgliedsländern
Es wurde ebenfalls über die Förderung der Beziehungen zur OIV und den Ausbau und die Verbreitung des chilenischen Fachwissens in den anderen Mitgliedstaaten gesprochen. Dies soll durch eine verstärkte Beteiligung chilenischer Experten in den verschiedenen Kommissionen, Unterkommissionen und Sachverständigengruppen der Organisation erzielt werden.
Pau Roca bedankte sich für die Organisation des 43. Weltkongresses für Rebe und Wein, der vom 22. bis 27. November 2020 in Chile abgehalten wird und es ermöglichen wird, die Fortschritte des chilenischen Weinbausektors aufzuzeigen. Chile war das letzte Mal 1986 Gastgeber des OIV-Kongresses.

Die OIV empfing 21 Studenten der Hochschule Geisenheim University. Bei dieser bereichernden Begegnung kreisten die Fragen der Studenten um die Arbeitsweise der OIV und die Ziele des neuen Generaldirektors für sein fünfjähriges Mandat.
OIV-Generaldirektor Pau Roca zeigte grob die künftigen Maßnahmen im Rahmen des Strategieplans 2020-2024 der OIV auf und nannte drei Schwerpunkte: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Verbesserung der den Mitgliedstaaten der OIV angebotenen Dienstleistungen. Die Digitalisierung steht im Mittelpunkt der Anliegen des neuen Generaldirektors, der bestrebt ist, die Veränderungen und Auswirkungen von Technologien wie der Blockchain im Weinsektor zu antizipieren.

Die Förderung eines moderaten Weinkonsums und die Authentizität der Erzeugnisse waren weitere Aspekte, die von Pau Roca hervorgehoben wurden. „In einem Ökosystem muss die Biodiversität erhalten werden. Das Gleiche gilt für die Vielzahl der kleinen Weingüter in diesem Sektor. Die Förderung dieser Vielfalt geht nicht nur mit Marketing oder Branding einher. Wir müssen uns auf das kulturelle Verständnis des Weinkonsum konzentrieren“.

Klimawandel – ein zentrales Anliegen
Der Klimawandel ist heute ein Hauptanliegen, das auf dem Treffen ebenfalls behandelt wurde. Pau Roca wies darauf hin, dass die Anpflanzung von Reben einen menschenorientierten Ansatz verfolgt: „Sorten wurden von Menschen geschaffen. Der Weinbausektor ist gegenüber dem Klimawandel sehr empfindlich und hat dieses Problem nie geleugnet.“ Der Generaldirektor der OIV wird am 6. März 2019 in Portugal an der Eröffnungsfeier der Konferenz „Climate Change Leadership - Solutions for the Wine Industry“ teilnehmen, auf der er diese Frage vertiefen wird. Die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft der OIV bietet der Branche eine Plattform für Diskussionen und den Austausch persönlicher Erfahrungen im Hinblick auf kurz- und langfristige Lösungen zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels.

OIV-Generaldirektor Pau Roca nahm an der offiziellen Eröffnungsfeier teil, auf der er eine zuversichtliche Aussage traf: „Wir sollten den Klimawandel als Chance betrachten. Und warum sollte es eine Chance sein? Es wird ein neues Wirtschaftsmodell geschaffen, das nicht auf Wachstum, sondern auf Nachhaltigkeit basiert. Nachhaltigkeit ist der neue Wert der Weltwirtschaft“.
„Wein ist bei der Anpassung an den Klimawandel gut positioniert.“
Pau Roca erklärte seine Auffassung wie folgt: „Mehr als andere Sektoren besitzt die Weinindustrie eine große Anpassungsfähigkeit und hat ihre Leistungsfähigkeit und Resilienz bereits unter Beweis gestellt.“
„In einem Sektor, der auf einer Vielzahl von Akteuren basiert, werden die Arbeiten der Branchenführer schnell auf Hersteller, Lieferanten und kleine Unternehmen ausgedehnt“. Der Generaldirektor der OIV begrüßte es daher, dass diese Klimakonferenz „ein Beispiel für die Übertragung auf die Weinindustrie ist“.

Eine Reduzierung der Treibhausgase ist dringend erforderlich
Dennoch „müssen wir die Bedeutung der Verminderung hervorheben. Es ist notwendig, politische Maßnahmen zu ergreifen, um Treibhausgasemissionen zu verringern“, so Pau Roca.
Mehrere der von den verschiedenen Referenten angeführten Lösungen gingen ebenfalls in diese Richtung. Zu erwähnen sind die Verwendung erneuerbarer Energiequellen, die Nutzung und Wiederverwendung von Regenwasser, die Verringerung des Wasserverbrauchs bei der Bewässerung, die Einführung leichterer Verpackungen und Flaschen, die Reduzierung fossiler Brennstoffe. All diese Maßnahmen haben ein gemeinsames Ziel: die Reduzierung der Treibhausgasemissionen der Weinindustrie.
Die Redner stellten fest, dass optimale Ergebnisse in Zukunft nur durch gemeinsame Anstrengungen erzielt werden können und betonten, dass der Wissensaustausch und Investitionen in Forschung und Innovation von grundlegender Bedeutung für diesen Entwicklungsprozess seien.
Weitere Informationen:
Website Climate Change Leadership 2019


OIV-Präsidentin Regina Vanderlinde und der wissenschaftliche Koordinator der OIV, Jean-Claude Ruf, nahmen an der 31. Sitzung des Codex- Alimentarius-Komitees für Allgemeine Grundsätze (CCPG) teil, das vom 11. bis 15. März 2019 in Bordeaux, Frankreich, stattgefunden hat.
Bei den Beratungen über neu auftretende und künftige Herausforderungen betonte die Präsidentin, dass mehrere im Rahmen des CCGP erörterte Themen auch innerhalb der OIV berücksichtigt wurden, was deutlich macht, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen fortgesetzt und verstärkt werden muss.
Regina Vanderlinde wies darauf hin, dass die OIV an mehreren Projekten beteiligt ist, die auch im Codex erörtert werden:
- Berücksichtigung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030,
- Fragen im Zusammenhang mit Betrug mit Lebensmitteln und der Integrität und Authentizität von Lebensmitteln,
- Verbraucherinformation anhand der Arbeiten des Codex-Komitees für Lebensmittelkennzeichnung (CCFL),
- Beobachtung der Anwendung von Normen,
- Mechanismen zur Verbesserung der Koordination mit anderen internationalen Organisationen.
Die Präsidentin der OIV kam zu dem Schluss, dass eine Fortsetzung der Zusammenarbeit und Koordinierung der Tätigkeiten von gemeinsamem Interesse erforderlich sei und hielt es für wichtig, dass sich der Kodex auf das Fachwissen der OIV als Referenzorganisation für Weinbauerzeugnisse stützen kann.
Rede von Regina Vanderlinde (auf Französisch mit englischen Untertiteln)
Audiodatei

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